Jetzt im Super-Sale: Anstand!

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Anstand ist ein großes Ding, das sich viele gerne umhängen. Das Wort wird oft mit einem gewissen Pathos ausgesprochen, es wird vor allem dann strapaziert, wenn mal wieder etwas schief gelaufen ist, wenn man Halt und Orientierung sucht. Oft wird auch nur eine Position gesucht, von der aus man sich abgrenzen und distanzieren kann, eine Position, mit der man festen Boden unter den Füßen hat.

Die Form ist dabei klar und vorhersehbar. Ein wenig Empörung, aber nicht zu viel davon, die Vernunft regiert: Den Blick nach vorne gerichtet sind die Anständigen bereit, die Dinge zu regeln. Der Inhalt ist allerdings offen. Anstand reklamieren viele Seiten für sich; der Rückgriff auf Anstand ist dann oft die letzte Konsequenz, die meist nur eine Umschreibung ist für „Ich habe aber recht!“

Anstand ist kein Allheilmittel

Was den Anstand dabei ausmacht, das lässt sich oft weniger klar sagen. Das ist dann auch gar nicht so wichtig. Das große Wort wirkt für sich. Das ist eine Vorstellung von Anstand, die ich durchaus für fragwürdig halte. Anstand ist kein Allheilmittel. Anstand soll keine Keule sein, die in Notfällen gezückt wird und, wenn sie nur richtig geschwungen wird, jedes Gegenargument und jede abweichende Meinung platt macht.

Deshalb habe ich mich auch für einen viel bescheidenere Begriff von Anstand entschieden. Einen Begriff, der nicht moralisch aufgeladen ist. Wo Menschen miteinander zu tun haben, sind oft auch die ganz einfachen praktischen Dinge wichtig. Das sind die, auf die man sich schnell einigen kann. Von dort aus kann man dann auf sicherem Boden weiter.

Wofür trittst du ein?

Und dafür sorgt die Vorstellung von Anstand, die ich vor Augen habe: Anständig ist es, Menschen nicht im Dunkeln tappen zu lassen, sondern klar auf den Tisch zu legen, wofür man eintritt. Das hat mit Aufrichtigkeit zu tun, das hat aber auch mit Qualität und Weitsicht zu tun. Anständig kann nur sein, wer seine Anliegen ein paar Schritte weitergedacht hat, wer über Konsequenzen Auskunft geben kann.

Anstand als diese Form der Aufrichtigkeit und des Respekts anderen gegenüber erfüllt eine wichtige soziale und politische Funktion: Er hält uns handlungsfähig. Wir können Entscheidungen treffen, wir können mit anderen über die Konsequenzen von Entscheidungen reden und wir können das anhand von Argumenten tun.Unanständig, um das Gegenteil zu verdeutlichen, ist es, das alles wegwischen oder überspringen zu wollen. Unanständig ist, nach irgendeiner Autorität zu rufen, die die Sache für mich regeln soll. Unanständig ist auch, einfach recht haben zu wollen. Das hilft niemandem. Und auch dem, der recht bekommt, nur bis zur nächsten Frage.

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